Streit um die Nutzung des Café Rosa in Wien

Kaffeetasse Was wird aus dem Café Rosa? Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de ➧

Nachdem das Café Rosa in Wien bereits seit einem Jahr leer steht, gibt es nun Vorschläge zur Nutzung. Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) sowie die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) können es sich vorstellen, das Café für ihre Veranstaltungen zu buchen.

Das Café Rosa wurde einst von der Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) der Uni Wien gegründet und steht, nachdem bereits eine halbe Mio. Euro in das Projekt geflossen ist, wegen finanzieller Schwierigkeiten seit einem Jahr leer.
Der ÖH verweigerte zunächst dem RFS die Nutzung ihrer Räume, mit der Begründung, dies „sei ein schlechter Scherz“ und als „plumpe Provokation aus dem rechten Eck zu werten.“ Der RFS bot der ÖH für eine Wahlkampfveranstaltung im Café Rosa 2000 Euro. Die Kosten für das Café laufen nämlich wegen des längerfristigen Mietvertrages weiter und belaufen sich auf mindestens 4000 Euro im Monat, die aus den ÖH-Beiträgen der Studenten finanziert werden.

Die Ablehnung des Vorschlages des RFS basierte vor allem auf ideologischen Streitigkeiten. Ihnen wird von der ÖH vorgeworfen, bekennender Teil deutschnationaler und rechtsextremer Männerbünde zu sein. Diese erwarten von den Mietern ihres Lokals hingegen, dass sie sich mit den linksorientierten Themen des Café Rosa identifizieren. Nicht nur von seitens der RFS hagelt es Kritik an der Leitung des Café Rosa, denn auch die AG kritisiert die Absage mit der Begründung, dass die ÖH zwar „Gleichbehandlung predige“ aber auf diese Art „Diskriminierung betreibe“.

Stein des Anstoßes – das „Café Rosa“

Gegründet wurde das Café Rosa als linkes Vorzeigeprojekt von der ÖH der Uni Wien. Bis zur Einstellung im März letzten Jahres verstand es sich Grundsätzen wie anti-heteronormativ, antikapitalistisch und antiklerikal verpflichtet. Im Mai 2011 wurde das Café eröffnet und war nicht mal ein Jahr später pleite. Damals erklärte die Hochschülerschaft der Uni Wien, dass es nie das Ziel gewesen sei, ein „gewinnorientiertes Unternehmen aufzubauen“. Das Café sollte hauptsächlich als Treffpunkt zum Ideentausch dienen, deswegen bestand dort auch kein Konsumzwang.

Das Café läuft über einen Verein, dessen einziges Mitglied die Hochschülerschaft selbst ist, und der eigens für das Lokal gegründet wurde. Unklar bleibt, ob diese Vereinsstruktur überhaupt legal ist, da die ÖH nicht ohne das Einverständnis des zuständigen Ministers einen Wirtschaftsbetrieb führen darf.

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