Doch keine Medizin-Uni in Kärnten

Das Projekt rund um die Entstehung einer Privatuni für Medizin in Klagenfurt ist gescheitert. Foto: zerok / flickr.com / CC BY-SA 2.0 ➧

Lange stand das Projekt Medizin-Uni in Kärnten auf der Kippe, jetzt wurde das Aus beschlossen. Die SPÖ war von Anfang an dagegen, die frühere FPK-Regierungsmehrheit sprach sich hingegen für die Durchsetzung des Plans aus. Vom Betreiber werden nach der Absage nunmehr Schadensersatzforderungen geprüft.

Von Anfang an war eine medizinische Privatuniversität in Klagenfurt der SPÖ ein Dorn im Auge. Das Projekt sei nicht finanzierbar und die frühere FPK-Regierungsmehrheit habe es versäumt, einen genauen Businessplan vorzulegen. Nach der Änderung der politischen Verhältnisse könne man nun endlich einen Abschluss finden, ließ Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) verlauten. Laut ihrer Aussage habe das Land für die Uni etwa 80 Millionen Euro einplanen müssen, obwohl eine Zusammenarbeit mit der KABEG und der Medizin-Uni Graz deutlich mehr Sinn machen würde. Die FPK war der Meinung, mit der privaten Universität ließe sich die Abwanderung aus Kärnten stoppen. Diesem Argument konnte Prettner allerdings nichts abgewinnen. Schließlich erhielten die an der Uni Graz studierenden Kärntner die Möglichkeit, durch die Kooperation mit dem Klinikum Klagenfurt ihre Praxiszeit in der Heimat zu absolvieren. Seien die Voraussetzungen gegeben, kämen die Studenten später ohnehin nach Kärnten zurück.

Einstellung sämtlicher Planungsaktivitäten

Betreiber des Projekts ist die Sigmund-Freund-Privatuniversität in Wien. Rektor Alfred Pritz bekam unmittelbar nach der Entscheidung von Landeshauptmann Peter Kaiser die schriftliche Anweisung, sämtliche Aktivitäten bezüglich der geplanten Medizin-Uni sofort einzustellen. Dabei sind bereits seit zwei Jahren mehrere Mitarbeiter mit der Planung des Projekts beschäftigt. Weiterhin wurden in der Vergangenheit rund 500.000 Euro in das Projekt investiert. Das Aus für die neue Privatuni soll deswegen nicht einfach so hingenommen werden: Derzeit wird über eine eventuelle Geltendmachung von Schadensersatzforderungen nachgedacht.

Die FPK übt Kritik, verfolgt weiter eigene Pläne

Eine eigenständige Medizin-Uni in Klagenfurt wäre ein Meilenstein für Kärnten gewesen und hätte den Jugendlichen im Land eine optimale Ausbildung ermöglicht, erklärte Klubobmannstellvertreter Harald Trettenbrein. Die von der SPÖ anheimgestellten Kosten von etwa 80 Millionen Euro für die ersten fünf Jahre seien fernab jeglicher Realität. Die geplanten Vorhaben von Landeshauptmann Kaiser würden die Abwanderung in Kärnten eher verstärken als verhindern, so Trettenbrein nach der Bekanntgabe der Projekteinstellung.

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