Medizin Drohender Ärztemangel

Medizinstudium Um dem Ärztemangel vorzubeugen soll auch das Studium attraktiver gemacht werden. Foto: JMG / pixelio.de ➧

Österreich droht ein Ärztemangel in den kommenden Jahren. Studium und Beruf sollen daher attraktiver werden.

Österreich hat es gut. Es verfügt über die zweithöchste Ärztedichte in der Europäischen Union. Doch das könnte sich schon in den nächsten Jahren ändern, wenn ältere Ärzte aus dem Berufsleben ausscheiden und nicht genug junge Mediziner nachfolgen. Eine jetzt vorgestellte Prognose von Gesundheitsministerium, Wissenschaftsministerium und Ärztekammer kommt zu dem Schluss, dass bis 2030 mindestens 2.800 Ärzte fehlen würden, wenn der bisherige Standard aufrechterhalten werden soll. Wahrscheinlicher sind es sogar über 7.000 Mediziner, im ungünstigsten Falle könnten bis zu 10.000 freie Arztstellen geben. Da sollte man heute schon gegensteuern, meinen die Experten.

Zwei Szenarien wurden durchgerechnet. Wenn man von einem etwas höheren Pensionseintrittsalter der Ärzte und Veränderungen in der Versorgungswirksamkeit von Wahlärzten berücksichtigt, zeichnet sich erst ab 2025 ein Mangel ab. Falls aber das Pensionsalter sinken sollte, wird der Mangel früher und deutlicher spürbar. Dabei gilt dies nur für die Allgemeinmediziner. Bei den Zahnärzten sieht es anders aus. Bis zu 500 Zahnärzte über dem Bedarf, das ist das Ergebnis der Prognose.

Ein weiterer Pluspunkt bei der Ärzteversorgung ist derzeit noch die Quotenregelung für österreichische Studenten an den Medizin-Unis. Falls diese fällt und stattdessen ausländische Studierende die Plätze einnehmen, würde sich dieser Rückgang österreichischer Studenten auch auf die ärztliche Versorgung negativ auswirken. Im November läuft die bisherige Duldung dieser Quotenregelung durch die EU-Kommission aus. Ob sie verlängert wird, ist derzeit noch nicht sicher.

Allerdings beinhaltet die Studie auch diverse Unsicherheiten. So werden regionale Problemlagen nicht berücksichtigt. Die Unterversorgung auf dem Land könnte zunehmen, während in den Städten die medizinische Versorgung noch ausreichend wäre. Und auch die Entwicklung in den einzelnen Fachrichtungen konnte nicht berücksichtigt werden. Schon jetzt fehlen Ärzte und Ärztinnen in den Bereichen Urologie, Gynäkologie, HNO oder Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Neben attraktiveren Berufsaussichten für Frauen durch eine bessere Anpassung an ihre Lebenssituation sollen auch verschiedene andere Maßnahmen den Arztberuf attraktiver machen.

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