Medizin-Studium Veränderter Medinzinertest an der Med-Uni Wien

Med-Uni Wien Um einen Studienplatz an der Medizinischen Universität Wien zu bekommen, müssen die Bewerber einen Test ablegen. Foto: Gryffindor/wikimedia/cc-by-sa3.0 ➧

Test für angehende Mediziner soll gerechter werden. Eventuell soll der gebräuchliche EMS-Test durch andere Prüfungsverfahren ersetzt werden.

Wenn es wesentlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt, muss ausgewählt werden, wer einen der begehrten Plätze erhalten kann. So steht es auch an der Medizinische Universität Wien, wo sich kürzlich über 4.300 Bewerber – bei insgesamt etwa 7.500 Studenten – um die Studienplätze rangelten. Doch Auswahlverfahren haben ihre Tücken. Das hat auch die Vizerektorin der Med-Uni Wien, Karin Gutiérrez-Lobos, erkannt. Sie sieht das wahrscheinliche Ende des angewendeten EMS-Tests, einer Weiterentwicklung des deutschen Tests für medizinische Studiengänge durch das Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik an der Universität Freiburg/Schweiz.

Eigentlich sollte es nach den Worten von Karin Gutiérrez-Lobos ein neues gemeinsames Aufnahmeverfahren der medizinischen Universitäten Graz, Innsbruck und Wien geben. Bislang wurde der EMS-Test nur in Wien und Graz eingesetzt. Im Bereich Zahnmedizin wurde er an die spezifischen Bedingungen angepasst. Er wurde gekürzt und durch einen zusätzlichen Praxistest ergänzt. Eine genderspezifische Auswertung sollte im übrigen Bereich für mehr Fairness sorgen.

Es wird daran gearbeitet, dass der Test nicht zu eindimensional ist: Es soll nicht nur Wissen überprüft werden, sondern auch soziale Kompetenzen und kognitive Fähigkeiten sollen in die Bewertung eingehen. Graz ist in dieser Richtung schon ein Stück weiter. Doch soll andererseits die Ausweitung nicht dazu führen, dass der Aufnahmetest nicht mehr an einem Tag abgeschlossen werden kann.

Durch die genderspezifische Auswertung sollen mögliche Benachteiligungen von Frauen vermieden werden. Bisher war es offensichtlich, dass Männer besser abschnitten als Frauen und daher mehr Studienplätze erhielten. Verschiedene Faktoren wie die Schulbildung – Frauen sind an naturwissenschaftlichen Schulen unterrepräsentiert – sollen eine andere Gewichtung erfahren. Das will Karin Gutiérrez-Lobos durch getrennte Mittelwerte für Männer und Frauen ausgleichen.

Doch auch dieses Verfahren bleibt nicht ohne Kritik. Gibt es damit einen Frauenbonus oder kommt gar die Quotenfrau? Hartes Geschütz fährt der Anwalt der österreichischen Hochschülerschaft auf, der die Maßnahme als umgekehrte und indirekte Diskriminierung bezeichnet. So werden wohl erst die Gerichte für Rechtssicherheit sorgen.

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Eine Antwort auf Veränderter Medinzinertest an der Med-Uni Wien

  1. Jennifer sagt:

    Ein sehr spannendes Thema. Der Ausgang ist noch offen und verspricht viel Diskussionspotential. Was ich gut finde ist, dass die Sozialkompetenz eines Bewerbers mit in das Ergebnis seines Test einfließt. Allerdings je komplexer die Tests werden, desto besser muss man sich natürlich auch vorbereiten. Das birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Vorteile: Der Bewerber muss sich mit seinem gewählten Studiengang auseinander setzen und bekommt so den ersten Einblick, ob er das Richtige gewählt hat. Nachteil: Wenn der Test so immer weiter spezifiziert wird, muss der Bewerber dann vorher schon studiert haben um zu bestehen?

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