Rektor gibt nach Uni Wien: Studieneingangsphase wird reformiert

Studenten auf dem Campus STEOP: Rektor der Uni Wien gibt nach. Foto: Sebastian Bernhard / pixelio.de ➧

Die Universität entschärft die viel kritisierte Studieneingangsphase, die im letzten Wintersemester neu eingeführt wurde. Generell herrscht über das System noch große Unklarheit.

STEOP – das Kürzel hörte man in diesem Wintersemester nur allzu häufig. Die neu eingeführte „Studieneingangs- und Orientierungsphase“ gilt für alle Bachelor-, Lehramts- und Diplomstudiengänge, die kein gesondertes Aufnahmeverfahren erfordern. Studenten sollen damit im ersten Semester nicht nur Klarheit über das gewählte Studium bekommen, sondern auch zeigen, dass sie gewillt sind zu studieren. Erst wenn alle Prüfungen der STEOP positiv bestanden wurden, können weitere Lehrveranstaltungen und Prüfungen absolviert werden, so heißt es auf der Internetpräsenz der Uni Wien. Im Klartext bedeutet das: Wer die Prüfungen nicht schafft, kann sich von seinem Studium verabschieden und erhält für ebendieses eine lebenslange Sperre.

Die Studieneingangsphase ist jetzt in die Kritik geraten – besonders an der Uni Wien. Studierendenvertreter kritisierten die STEOP als willkürliche „Rausschmeißphase“ und forderten eine Änderung – mit Erfolg: Der Rektor der Universität Wien, Heinz W. Engl, reagierte auf die Proteste und kündigte jetzt an, dass jeder ein drittes Mal antreten darf, der an nur einer Prüfung gescheitert ist. Nur noch die Uni in Linz erlaubt damit den dritten Prüfungsantritt nicht. Zufrieden sind die österreichischen Studenten mit dieser Maßnahme, die laut Engl „Härten vermeiden“ soll, jedoch noch nicht, denn was die STEOP angeht, herrscht allgemein noch große Unklarheit. So weiß jetzt, kurz vor den Osterferien, noch niemand so richtig Bescheid, wie die neue Eingangsphase eigentlich funktioniert hat. Da noch immer Prüfungen ausstehen, können keine Zahlen angegeben werden.

Der Sprecher der Montan-Uni Leoben, Erich Skupa, gibt jedoch der „Kleinen Zeitung“ die Auskunft: „60 Prozent der Studierenden waren mit der Maßnahme zufrieden“. Erst wenn am 30. April die Inskription für das Sommersemester abgeschlossen ist, lässt sich feststellen, wer weiterstudiert. Jedoch werden auch diese Zahlen keinen Aufschluss darüber geben, ob die Studenten an der STEOP scheiterten oder ihr Studium aus anderen Gründen beenden. Die einzigen Daten, die derzeit vorliegen, kommen von der ÖH in Wien. Diese hat in einer Internet-Umfrage erhoben, welche Meinung die Studienanfänger zur STEOP haben. 2300 von rund 43.000 Studienanfängern nahmen teil und zeigten: Viele empfinden die neue Einführungsphase als reine Schikane und fühlen sich sehr schlecht informiert, zwei Drittel finden nicht, dass die Maßnahme sinnvoll ist.

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