Lehramtsstudium Uni Wien gegen Reform der Lehrerausbildung

schule Dass Lehrer in Österreich nicht ausreichend pädagogische geschult sind, streitet die Uni Wien ab und verweigert eine Neuausrichtung des Studiums. Foto: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de ➧

Dekane der Uni Wien sprechen sich gegen eine Neugestaltung der Lehrerausbildung aus. Eine Verbesserung der Qualität würde dies nicht nach sich ziehen. Auch eine verpflichtende Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) lehnen sie ab.

Der Beginn der neuen Lehrerausbildung ist bereits für das Studienjahr 2014/15 vorgesehen. Nicht alle sind damit einverstanden: Bei den Dekanen der Universität Wien regt sich Protest gegen die Pläne der Regierung. Sie sehen darin lediglich eine Erhöhung der Kosten und des organisatorischen Mehraufwands, eine Verbesserung der Qualität halten sie für ausgeschlossen. Besonders skeptisch sehen die Dekane die Gründung einer Zertifizierungskommission. Ihre Aufgabe soll in der Kontrolle des eingesetzten Personals und der künftigen Studienpläne bestehen. Die Gegner der Reform sprechen in dem Zusammenhang aber von einer Einschränkung der Unabhängigkeit der Universitäten.

Die Ausbildung der Lehrer muss unabhängig erfolgen

Die drei Zentrumsleiter und die 5 Dekane der größten Uni Österreichs sind der Ansicht, dass eine erfolgreiche Lehrerausbildung nur garantiert werden könne, wenn die Basis wissenschaftliche Exzellenz und Erkenntnis bilde sowie die Unabhängigkeit von ideologischer Beeinflussung gegeben sei. Man könne den Regierungsversuch zur nötigen Optimierung der Lehrerausbildung in Verbindung mit einer Begrenzung der Unabhängigkeit der Universitäten deshalb nicht hinnehmen.

Auf Widerstand vonseiten der Dekane trifft ferner die vorgeschriebene Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen (PH). Sie ist für die Sekundarstufe, speziell für die neue Mittelschule, die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, die AHS sowie die BMHS vorgesehen. Die Uni Wien ist im Falle der Notwendigkeit und des Wunsches zu einer punktuellen Kooperation bereit. Steht aber eine politische Anordnung dahinter, wird damit „dem Geist einer freien Universität“ widersprochen. Im Ergebnis entsteht ein teurer und organisatorischer Mehraufwand, der nicht gerechtfertigt ist.

Reform der Lehrerausbildung bereits seit Jahren in Arbeit

Ziel der Reform der Lehrerausbildung ist eine einheitliche und gemeinsame Ausbildung aller künftigen Pädagogen. Seit 2008 arbeitet die Regierung an der Neuerung. Aktuell liegt die Verantwortlichkeit für die BMHS- und AHS-Lehrer bei den Unis, Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs und Polytechnische Schule) bringen ihre Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen hinter sich. Zukünftig sollen alle Lehrer ein Bachelorstudium mit einer Dauer von vier Jahren belegen. Daran anschließend erfolgt eine ein- bis zweijährige Induktionsphase. Erfahrene Lehrer führen dabei die „Neulinge“ in den Beruf ein. Begleitend dazu wird – als entscheidender Faktor für eine Fixanstellung – das Absolvieren eines ein- bis zweijährigen Masterstudiums Pflicht. Unis und PH müssen nach den Plänen der Regierung die Ausbildung gemeinsam anbieten.

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