Keine einheitliche Regelung in Sicht Studiengebühren ab Herbst sehr wahrscheinlich

Leere Taschen Studiengebühren an vielen Unis ab Herbst wahrscheinlich. Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de ➧

Studenten in Österreich konnten aufatmen, als im vergangenen Jahr der Verfassungsgerichtshof die Erhebung von Studiengebühren für nicht rechtens befand. Mit dem im März gestarteten Sommersemester 2012 fallen damit erstmals seit ihrer Einführung in Österreich 2001 keine Studiengebühren mehr an – das soll sich aktuellen Aussagen zufolge spätestens mit dem Herbstsemester wieder ändern. Doch nicht alle Studenten sind davon betroffen.

Laut aktuellen Angaben wollen viele der 21 öffentlichen Universitäten in Österreich ab Herbst 2012 wieder Studiengebühren erheben. Bisher bekannt ist, dass die Unis in Wien, Innsbruck, Graz und Salzburg sowie seit neuestem auch die Wirtschaftsuni Wien ab Herbst Studiengebühren erheben wollen.

Der Präsident der Universitäten Konferenz Heinrich Schmiedinger hält jedoch eine einheitliche Regelung in ganz Österreich für mehr als unwahrscheinlich. Viele Unis würden aus ideologischen oder politischen Gründen auf die Erhebung von Studiengebühren verzichten. Für einige sei die finanzielle Notlage ebenfalls nicht so groß, so dass sie auf Studiengebühren verzichten könnten. Karlheinz Töchterle, Wirtschaftsminister des Landes, hatte die Unis dazu aufgerufen, eine Erhebung von Studiengebühren in ihren eigenen Satzungen festzulegen, denn die Regierung hatte nicht rechtzeitig nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs für eine Neuregelung gesorgt.

Nicht alle Studenten müssen zahlen

Trotzdem betrifft die Studiengebühr nicht alle Studenten, im Schnitt werden etwa 15 Prozent der aktuell Studierenden betroffen sein. Die Unis haben sich darauf geeinigt, die Studiengebühren lediglich so zu erheben, wie vor dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs, das heißt, Studenten aus Nicht-EU-Ländern Studenten sowie Langzeitstudenten, die die Regelstudienzeit überschreiten, müssen zahlen.

Besondere Ausnahmen gelten dabei für berufstätige Studenten, aber auch für Studenten, die die Regelstudienzeit aufgrund familiärer Verpflichtungen wie der Kinderbetreuung nicht einhalten können. Auch soll die Höhe der Studiengebühren den aktuellen Angaben zufolge nicht angetastet werden. Pro Semester fallen mithin auch künftig nur die bisherigen 363,36 Euro an. Wer von den Studiengebühren tatsächlich betroffen sein wird und welche Unis des Landes darauf zu verzichten bereit sind, das werden die kommenden Monate zeigen.

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