Gesundheit Studenten durch Behinderung erheblich eingeschränkt

Viele Studenten leiden unter psychischen Probleme und physischen Erkrankungen. Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio.de Viele Studenten leiden unter psychischen Probleme und physischen Erkrankungen. Foto: www.JenaFoto24.de / pixelio.de ➧

Zwölf Prozent der Studenten leiden laut einer Internetumfrage an psychischen, chronischen oder sonstigen Erkrankungen und fühlen sich dadurch in ihrem Studium eingeschränkt. Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP) versichert baldige Besserung.

Jeder achte Student leidet an einer Erkrankung oder Behinderung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Befragung, die das Institut für Höhere Studien (IHS) 2011 unter 44.000 Studenten an Unis, Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH). Von den Befragten gaben demnach zwölf Prozent an, dass sie eine Behinderung haben oder unter einer psychischen, chronischen oder sonstigen Erkrankung leiden, die ebenfalls einen negativen Einfluss auf ihr Studium hat. Sie sprachen dabei von enormen Einschränkungen. Unlängst wurden die Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Auch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) war bei der Präsentation anwesend.

Psychische Beeinträchtigungen beeinflussen Studenten am stärksten

Im Vergleich zu der letzten Erhebung 2009 ist der Anteil der Studenten, die sich eingeschränkt fühlen oder eine Behinderung aufweisen gesunken. Studenten, die eine Behinderung aufweisen, machen bei der aktuellen Befragung nur einen sehr geringen Teil von 0,9 Prozent (rund 2.700 Studenten) aus. Der größte Anteil ist nicht bei den körperlichen, sondern bei den psychischen Beeinträchtigungen zu finden. 30,5 Prozent der Studenten geben an unter einer solchen zu leiden. Am häufigsten genannt wurden dabei Angststörungen und Depressionen. Chronisch-somatische Einschränkungen geben immerhin noch 24,6 Prozent an.

Die Erfahrungen der sechs österreichischen psychologischen Beratungsstellen decken sich mit den Ergebnissen der Umfrage. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Beratungssuchenden um 48 Prozent erhöht. Die Studenten kommen aber nicht wegen Studienproblemen, vielmehr ist es ihre persönliche Situation, bei der sie Unterstützung benötigen. Bei typischen Studienproblemen wie Angst vor Prüfungen bringt oftmals ein Gespräch in der Beratungsstelle den gewünschten Erfolg. Persönliche Probleme sind dagegen oft nur mit einer Psychotherapie lösbar. Da Termine bei Psychiatern knapp sind, nehmen die Studenten häufiger die Psychologische Studentenberatung in Anspruch. Das spricht für eine deutliche Unterversorgung in diesem Bereich.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Studenten, die eine Behinderung oder sonstige Einschränkung aufweisen, keine der bestehenden Angebote nutzen. Gründe hierfür sind einerseits mangelnde Kenntnisse über Angebote und andererseits Angst vor Stigmatisierung. Der Großteil der Betroffenen möchte nicht, dass andere von ihrer Beeinträchtigung erfahren.

Unis müssen ohne zusätzliches Budget auskommen

Töchterle ist voll des Lobes für das Engagement der Unis, zumal kein Extra-Budget für derartige Maßnahmen zur Verfügung gestellt wird. Dennoch investierten 17 der 21 Unis in Blindenleitsysteme, spezielle Bildschirme sowie Baumaßnahmen und setzten Behindertenbeauftragte ein. Laut Gesetz beziehungsweise bestehenden Leistungsvereinbarungen sind die Hochschulen zu verschiedenen Handlungen verpflichtet. Liegt beispielsweise eine Behinderung von über 50 Prozent vor, ist ein Erlass der Studiengebühren vorgesehen.

Auch ein gewisser Grad an Barrierefreiheit oder die Möglichkeit, Prüfungen auf andere Weise abzulegen, muss gegeben sein. An einigen Unis wurden Projekte für gehandicapte Studenten eingerichtet. Ein Beispiel ist die Technische Universität Wien, wo es das Projekt GESTU gibt. Gehörlosen werden hier Mitschreibhilfen oder Gebärdendolmetschern zur Seite gestellt, die den Studenten den Uni-Alltag erleichtern. Dafür werden Fördermittel bereitgestellt.

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