Studieneingangs- und Orientierungsphase STEOP sorgt für Verwirrung

Universität Wien Studieneingangs- und Orientierungsphase (Steop) in der Kritik. Foto: Gryffindor / wikimedia / cc-by-sa 3.0 ➧

Zum Wintersemester 2011 wurde an allen österreichischen Universitäten die sogenannte Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) genannt, obligatorisch. Nach den ersten Erfahrungen mehren sich aber die kritischen Stimmen sowohl im Wissenschaftsministerium als auch bei den Studenten.

Viele Studenten wissen nicht, was sie studieren sollen, sie haben Anfangs auch keinen rechten Überblick über die Inhalte der einzelnen Studienfächer. Dem sollte mit der STEOP abgeholfen werden. Die Studenten sollten schon im ersten Semester herausfinden, ob das gewählte Studium das richtige ist. Damit sollte vermieden werden, dass sie das Studium zu einem späteren Zeitpunkt ohne Abschluss abbrechen – ein Verlust letztlich für Student und Universität.

Der kritische Punkt: die STEOP ist nicht eine nur Informationsphase. Es gibt Prüfungen in der Eingangsphase, und wer diese auch beim zweiten Mal nicht besteht, kann je nach Universität für das bestimmte Studium auf Dauer gesperrt werden. Das wird als zu hart empfunden, Studenten fühlen sich unter Druck gesetzt. Nicht mehr die Information über das Studium, sondern das Bestehen der Prüfungen tritt in den Vordergrund.

Selbst für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (parteilos) hat die STEOP das gesteckte Ziel verfehlt. Sie werde vor allem dazu genutzt, um in den Massenfächern zu „sieben“ und so den Studienzugang zu begrenzen. Wenn beispielsweise an der Wirtschaftsuni Wien 80 % der Studierenden die Eingangsphase nicht überstehen, spricht dies eine deutliche Sprache – allein auf die Leistung der MaturantInnen kann diese Abbrecherquote nicht zurückzuführen sein. Das sieht auch Töchterle so und plädiert stattdessen für Zugangsregelungen. Ob es zur Abschaffung der unter seiner Vorgängerin eingeführten STEOP kommen wird, ist daher derzeit für ihn noch offen.

Derzeit gibt es nur an der Uni Wien einigermaßen fundierte Erfahrungen mit der STEOP. An den anderen Unis sind die Prüfungen noch nicht abgeschlossen. Aber an der Uni Wien hält man sich derzeit noch bedeckt und will keine Stellungnahme abgeben. Das will man der Universitätskonferenz, in der die heimischen Universitäten alle vertreten sind, überlassen. Diese sind allerdings noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen.

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