Umfrage zur STEOP STEOP aus Sicht der Studenten

STEOP aus Sicht der Studenten Für die STEOP brauchen Studenten gute Vorbereitung und vor allem gute Nerven. Foto: Sascha Sebastian / pixelio.de ➧ ➧

Die Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) wurde von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von Anfang an kritisiert. Um einen Überblick über die dadurch entstandene Studiensituation zu beschaffen, haben sie eine Umfrage der Studierenden zur STEOP gestartet.

Die Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) hat nach Beschluss der STEOP 2011 eine Gegeninitiative ins Leben gerufen. Mit der Umfrage von STEOPWATCH sollten Studierende über die STEOP sollten Erstsemestrige zwei Monate lang ihre Erfahrungen in der Orientierungsphase mitteilen. Dies konnte per E-Mail und eine Online-Umfrage geschehen, insgesamt 2.298 Erstsemestrige nahmen an der Umfrage teil.

Die ÖH ist der Meinung, dass die STEOP fast ausschließlich zur Reduzierung der Erstsemestrigen genutzt würde. In vielen Fällen sei es eine reine Knock-out-Phase und keine Orientierungsphase. Zentrales Problem der STEOP ist die lebenslange Sperre im jeweiligen Fach der Universität, wenn die Orientierungsphase nicht mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen wird, was dazu führt, dass die Studierenden ein Semester verlieren können. Das alleine übt schon großen Druck auf die Studierenden aus, es kann allerdings auch zu erheblichen Problemen bei Förderungsgeldern oder Beihilfe sowie dem Versicherungsschutz kommen, wenn plötzlich der Studentenstatus verloren geht.

Kritik auch vom UniversitätslehrerInnenverband

Auch der UniversitätslehrerInnenverband kritisiert die Umsetzung der STEOP an den Universitäten: Der ULV plädiere „dringend für ein Überdenken der Funktion einer STEOP. Studierenden soll eine Entscheidungshilfe geboten werden, die der oder dem einzelnen Studierenden zeitgerecht flexible Reaktionen auf Erfahrungen und Einsichten ermöglicht“ sagt Prof. Weigel, Pressereferent des UniversitätslehrerInnenverbandes. Angelika Gruber vom Vorsitzteam der ÖH sieht die STEOP nicht als Lösung für die Probleme durch zu hohe Erstsemesterzahlen an den Universitäten. Langfristig gesehen fordert der ÖH einen Ausbau der Hochschulen und freien Zugang zu Bildung für Alle und das „ohne Schikanen und Barrieren“, als was die STEOP derzeit angesehen werden könne.

Aufgrund der Universitätsautonomie wird die STEOP an den Universitäten sehr unterschiedlich umgesetzt. Die ECTS-Vorgaben reichen von 2 bis 30 Punkten, wobei 30 ECTS-Punkte das ganze erste Semester umfassen. An den meisten Universitäten können Lehrveranstaltungen, die über die STEOP hinausgehen, erst nach erfolgreicher Absolvierung der Einführungskurse belegt werden. Dadurch verlieren die Erstsemestrigen viel Zeit.

Besondere Benachteiligung bringt die Handhabung der STEOP für Studierende mit Prüfungsangst, mit Familie, auf dem zweiten Bildungsweg, die berufsbegleitend studieren oder nebenher arbeiten müssen (hier liegt der Wert bei über 60%). Auf Grund der Sonderstellung der STEOP ergeben sich erhebliche Mängel im Prüfungsrecht. Zum Beispiel besteht kein Recht mehr auf kommissionelle Prüfung der Leistungsbewertung. Der weitere Lebensweg hängt also von den eventuellen Launen und Sympathien der Lehrkörper ab. Besondere Härtefälle im Rahmen der STEOP sind an der Universität in Wien aufgetreten. Im Studiengang Pharmazie sind nur 7%, das heißt 28 von 642 Studierenden, bei allen drei Lehrveranstaltungsprüfungen angetreten. Gerade mal sieben Studierenden haben die STEOP positiv abgeschlossen. In Wien besteht die Regelung von nur einer Prüfungswiederholung, daher ergibt sich ein sehr hoher psychischer Druck für die Studierenden.

Die Ergebnisse der Umfrage zusammengefasst:

Die Aussage, dass die STEOP der Orientierung der Studierenden dient, ist widerlegt: über 70% finden, dass die STEOP nicht oder eher nicht zur Orientierung beigetragen hat

80,1% der Prüfungen wurden im Multiple-Choice-Modus abgelegt.

Fast zwei Drittel der Befragten geben an, dass die STEOP das im Gesetz genannte Ziel
nicht (bzw. eher nicht) erreicht.

80,5% der Befragten geben an, dass durch die STEOP („voll“ bzw. „eher“ zustimmend)
zu viel Druck ausgeübt wird.

74% der Befragten geben an, dass die STEOP keine (bzw. eher keine) sinnvolle
Maßnahme ist.

63,8% der Befragten geben an, mit der Umsetzung der STEOP in ihrem Studium nicht
(bzw. eher nicht) zufrieden zu sein.

64,5% der Befragten halten die organisatorische, methodische Ausgestaltung der STEOP
für nicht (bzw. eher nicht) sinnvoll.

An keiner der untersuchten Universitäten fand auch nur annähernd eine Mehrheit die
STEOP insgesamt für sinnvoll.

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