Zulassungsbeschränkungen Noch kein Aus für Ausländer-Quote im Medizinstudium

europa Vorerst bleibt die Quotenregelung für das Medizinstudium von der EU unangetastet. Foto: rudolf ortner / pixelio.de ➧

Die Quotenregelung für heimische Medizinstudenten bleibt weiterhin im Fokus der EU-Kommission. Österreich hat jedoch um mehr Zeit gegeben, um zu belegen, dass ohne diese Regel das Gesundheitssystem in Österreich nicht aufrechtzuerhalten ist. Bis Ende 2016 gibt es jetzt erst einmal Rechtssicherheit.

Nicht gekommen um zu bleiben: Ausländische Studenten kehren nach dem Studium meist in die Heimat zurück

Zulassungsbeschränkungen für ausländische Studenten bedeuten eigentlich eine Diskriminierung, die mit den EU-Statuten nicht zu vereinbaren ist. Dem steht das Interesse Österreichs gegenüber, durch die Bevorzugung einheimischer Studenten den Ärztebestand im Land zu sichern. Derzeit sieht die Quotenregelung so aus, dass 75 Prozent der Studienplätze für die einheimischen Studenten reserviert sind, 20 Prozent für Studenten aus den EU-Ländern offen stehen und fünf Prozent der Studenten aus den Staaten außerhalb der EU kommen dürfen.

Hintergrund ist das starke Interesse deutscher Studenten. Erfahrungsgemäß bleiben sie nach ihrem Studienabschluss nicht in Österreich. Sie würden damit Studienplätze für österreichische Studenten blockieren, die dann für das eigene Gesundheitssystem nicht zur Verfügung stehen. Durch die Quote soll dies verhindert werden.

Ob die Quotenregelung dazu taugt? Immerhin geht aus Befragungen der deutschen Studenten hervor, dass 75 Prozent von ihnen nach abgeschlossenem Studium nicht in Österreich arbeiten wollen. Ein tatsächlicher Nachweis lässt sich aber erst 2015 erbringen. Mit der längeren Genehmigung durch die EU hat Österreich jetzt die Möglichkeit, die Nachweise zu beschaffen.

Töchterle fordert Debatte über Numerus-Clausus-Flüchtlinge

Der österreichische Wissenschaftsminister Töchterle fordert weiterhin eine breitere Lösung für das Problem, dass beispielsweise Numerus-Clausus-Flüchtlinge aus Deutschland die Studienplätze in anderen Ländern belegen. Dieses Ausweichen in andere Länder verursacht hohe Kosten für Österreich, ohne dass das Land anschließend von der Ausbildung profitiert, Außerdem werden so weniger einheimische Maturanten an den österreichischen Universitäten zugelassen, was ebenfalls in Punkto Ärztemangel keine Abhilfe schafft.

Übrigens präsentierten die drei Medizin-Unis in Graz, Innsbruck und Wien jetzt ihr neues Auswahlverfahren, das erstmals gemeinsame Kriterien für die Studienplatzbewerber vorsieht.

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