Praxis im Studium Neuer Praxisbegriff bei Pädagogischen Hochschulen

buch Die Praxis soll auch in der Lehre eine immer wichtigere Rolle spielen. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de ➧

Die Pläne zur neuen Lehrerbildung brachte den Pädagogischen Hochschulen (PH) in der Vergangenheit viel Kritik ein und die Diskussion um das konkrete Aussehen der Bildungspläne für die zukünftigen Lehrer/innen reißt nicht ab. Jetzt möchte man eine neue Definition der Praxis umsetzen.

Unis und PH stehen mehr denn je in direkter Konkurrenz zueinander. Ein Nachteil der Pädagogischen Hochschulen ist der fehlende Zusammenhang zur Wissenschaft. Das versuchte man bisher, durch eine bessere Praxisausbildung zu kompensieren, doch die Unis holen diesbezüglich auf. Im Oktober gründete die Uni Innsbruck eigens für die Lehrerbildung eine Fakultät mit dem Namen „School of Education“. Hier definiert man die Praxisausbildung vollkommen anders. Als Student der PH verbringt man zwar durch Praxistage und Praktika viel Zeit an der Schule, die Uni Innsbruck jedoch geht noch einen Schritt: Sie schickt die künftigen Lehrer mit Forschungsaufträgen in die Bildungseinrichtungen.

Unterrichten wird nicht in der Klasse gelehrt

Ilse Schrittesser als Leiterin des „Instituts für Lehrer/-Innenbildung und Schulforschung“ in Innsbruck erläutert die zwei Arten der Praxisvermittlung. Zum einen gibt es die Unterrichtspraktika als klassische Methode, zum anderen die Praxisforschung. Bei Letzterer wird gemeinsam mit und in den Schulen geforscht. Auf die erstgenannte Variante spezialisiert sich die PH. Schrittesser ist allerdings der Meinung, dass zu viel Praktika dazu führen, dass sich die Studenten letztendlich die Unterrichtsform zu eigen machen, welche sie selber als Schüler erlebt haben. Daher plädiert Schrittesser für Praktika lediglich am Anfang des Studiums, sozusagen als Orientierungshilfe. Danach sollte die Zahl der Praktika weniger werden.

Forschungsauftrag während der gesamten Studienzeit

Forschungsarbeiten dagegen sollten gleich im ersten Semester ein wichtiges Thema werden und es für die gesamte Studienzeit bleiben. In Teams setzen sich die Lehramtsanwärter mit Dingen wie Schulprofile oder Leistungsbeurteilungen auseinander. Damit erhalten sie die Chance, ihre eigene Lehrtätigkeit zu hinterfragen und die an der Uni gelehrte Theorie im Unterricht auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt aber nicht nur bei den Studenten, die Schulen haben ebenfalls etwas von den Forschungsergebnissen. Für die Zukunft plant die Uni Innsbruck die Intensivierung der Forschungseinsätze für ihre Studenten. Zudem möchte man ein Zertifikat für kooperierende Schulen einführen.

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