Praxisbezug verbessern Mehr Stunden im Klinisch-praktischen Jahr

Klinisch praktisches Jahr Klinisch praktisches Jahr - Mehr Stunden für Studenten. Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de ➧

Schon bisher war das sechste Studiensemester der Medizin grundsätzlich der praktischen Ausbildung in der Klinik gewidmet. Doch was derzeit noch in 30 Wochen abgehandelt wird, soll künftig auf 40 bis 48 Wochen verlängert werden. Die drei Med-Unis sind sich darin einig, dass dadurch der Praxisbezug der Mediziner-Ausbildung deutlich verbessert wird. Bisher ist das sechste Semester in Wien noch eine Mischung aus Vorlesungen und Praktika, während in Graz und Innsbruck die Praxis schon deutlich mehr Raum erhalten hat.

Einerseits wird das klinisch-praktische Jahr (KPJ) zwar gutgeheißen, andererseits gibt es aber auch Stimmen, die davor warnen. Begrüßt wird der stärkere Praxisbezug mit der Hoffnung, dass die angehenden Ärzte besser in den klinischen Alltag eingebunden werden können. Andererseits wird von der österreichischen Ärztekammer befürchtet, dass die theoretische Ausbildung dann zu kurz kommen könnte. Einig ist man sich deshalb wieder darin, dass mit der Einführung des KPJ auch eine Reform der Facharztausbildung einhergehen muss.

Für die Studenten ist auch wichtig, dass das KPJ sozialverträglich gestaltet werden kann. Wie soll beispielsweise die Vergabe der Plätze erfolgen? Können die persönlichen Umstände der Studenten, etwa wenn sie Kinder haben, berücksichtigt werden?

Der stärkere Praxisbezug würde die Studenten befähigen, anstelle des bisherigen Turnus eine neue Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner zu beginnen. Das hätte für sie den Vorteil, dass sie schon von Beginn an als Assistenzärzte behandelt und eingesetzt werden könnten und nicht wie derzeit als Turnusärzte nur für Hilfsdienste eingeteilt werden.

Für die Ärztekammer verträgt sich die de-facto-Verkürzung der Ausbildung nicht mit der Wissensexplosion auf dem Gebiet der Medizin, gerade für Allgemeinmediziner strebt sie deshalb eine intensivere Ausbildung an. Dazu sollte deren Dauer von drei auf fünf Jahre erhöht werden, wobei ein Jahr vorschriftsmäßig in der Hausarzt-Ordination zugebracht werden soll. An dieser Forderung hält die Ärztekammer trotz der wohl sicheren Einführung des KPJ fest, wie deren Sprecher betont.

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