Unizulassung Uni-Test: Student klagt

Zulassung: Männlicher Student klagt wegen Benachteiligung. Zulassung: Männlicher Student klagt wegen Benachteiligung. Foto: Thorben Wengert / pixelio.de ➧

Eine Klage wegen Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes ist derzeit beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) anhängig. Sie wurde von einem Studenten eingebracht, der sich von der Medizinuni Wien durch die Auswertung der Aufnahmetests diskriminiert fühlt. Wissenschaftsminister Töchterle nennt die Behandlung der männlichen Testabsolventen ebenfalls unfair.

Der Anwalt des Studenten spricht von einer gleichheitswidrigen Auswertung und der Diskriminierung seines Mandanten von der Medizinischen Universität. Gleichzeitig mit der Klage am VfGH habe er Berufung gegen den negativen Bescheid bei der Uni eingelegt.

Klagen gegen die Testauswertung schon vor einiger Zeit angekündigt.

In diesem Jahr wurden die Aufnahmetests erstmalig nach Geschlechtern getrennt ausgewertet. Im Ergebnis bekamen 55,9 Prozent der Frauen einen der 740 Studienplätze. Bei den Männern waren es 44,1 Prozent. Der klagende Student war mit seinem Aufnahmetest nicht erfolgreich. Er ist sich aber sicher, dass er als Frau einen Studienplatz erhalten hätte.

Schon vor Wochen gab es Ankündigungen von Klagen gegen die Testauswertung. Nun ist der Unisenat zur Prüfung der Berufung verpflichtet. Indes gab ein Sprecher der MedUni bekannt, dass man die Art der Auswertung von der rechtlichen Seite aus genau geprüft hätte. Eventuellen Klagen hielte sie stand, ist die Überzeugung der Hochschule. Schließlich würde das aktuell genutzte Verfahren gleichzeitig zu mehr Gender-Fairness führen.

In den vergangenen Jahren lag die Quote der weiblichen Studienplatzbewerber stets über der der Männer. Am Ende jedoch mussten sich die Frauen bei der Studienplatzvergabe den Männern geschlagen geben und machten einen geringeren Anteil aus. Daher entschied man sich für eine nach Geschlechtern getrennte Auswertung, die nach Ansicht von Wissenschaftsminister Töchterle von Fairness weit entfernt ist und eine problematische Diskriminierung der männlichen Bewerber darstellt. Rechtlich könne er die Sachlage als Nichtjurist schlecht einschätzen. Sein eigenes Rechtsempfinden aber betrachtet eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts durchaus als unrecht.

Ministerium an einer raschen Lösung für die Studenten interessiert

Als Aufsichtsbehörde hat das Ministerium nunmehr rasch nach einer Lösung gesucht. Von der Universität wurden kulanterweise weitere 60 Studienplätze zur Verfügung gestellt. Man geht im Ministerium davon aus, dass die Zahl für alle Männer ausreichend ist. Sollte sich diese Annahme nicht bewahrheiten, werde man sich noch einmal mit dem Problem beschäftigen.

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