Kein Aufnahmeverfahren mehr in Informatik

Informatik Student am PC Die Festlegung der Anzahl an Studienanfängern in Informatik ist aufgehoben worden, damit ist das Studienfach in Österreich nun frei zugänglich. Foto: www.foto-fine-art.de / pixelio.de ➧

Glück für Studenten, die sich für ein Studium der Informatik interessieren: Nach der TU Wien und der Uni Wien verzichtet jetzt auch die TU Graz auf die ursprünglich geplante Aufnahmeprüfung in diesem Fach. Damit ist das Informatik-Studium in ganz Österreich frei zugänglich.

Die Aufhebung der Studienbeschränkungen in Studienfeld Informatik betreffen konkret die drei Studiengänge Informatik, Softwareentwicklung-Wirtschaft und Telematik. Bewerber anderer Studienfächer müssen sich aber weiterhin wegen der bestehenden Zulassungsbeschränkungen einem Test unterziehen. Dies gilt beispielsweise für die Fächer Architektur und Biologie.

Das Aufnahmeverfahren zur Einhaltung von Studienbeschränkungen ist an den Universitäten nicht unumstritten: Beklagt wurde vor allem das Fixieren des Status Quo, der durch die Beschränkungen faktisch nicht geändert werden würde und keineswegs bessere Studienbedingungen schaffen kann, sodass existierende Probleme und Unzulänglichkeiten erhalten bleiben. Hinzu kommt der Verwaltungsaufwand durch die Aufnahmeprüfungen, den sich die Universitäten gerne sparen möchten.

Unterschiedliche Regelungen an den verschiedenen Universitäten

Das Studium der Informatik war bisher bereits ohne Aufnahmeprüfung an den kleineren Hochschulen in Salzburg, Innsbruck, Linz und Klagenfurt möglich. Lediglich die „großen“ Universitäten, die unter der Studentenflut besonders zu leiden haben, wollten die Möglichkeit nutzen, durch Aufnahmeprüfungen die Anzahl der Studienbewerber zu reduzieren. Die kleineren Hochschulen dagegen haben von Anfang an auf die Einführung von Aufnahmeprüfungen verzichtet. Nach der Kehrtwendung der TU Wien, die die vom Ministerium verfügte Mindest-Platzanzahl für Studienanfänger nach ihrer Ansicht als viel zu hoch kritisiert hatte, ist das Eis zumindest im Bereich Informatik jetzt gebrochen. Derzeit sehe die TU Graz keinen Bedarf, die Anfängerzahlen im MINT-Fach Informatik zu reduzieren, so ein Sprecher der Universität.

Ob die Arbeitsbedingungen für die Studenten dadurch allerdings besser werden, steht in den Sternen. Für die Studenten gilt es abzuwägen, ob der Abschluss an einer der „großen“ Universitäten wirklich so viel besser ist als der Abschluss an einer anderen, kleineren Hochschule, wo sich die Betreuung aufgrund der niedrigeren Studierendenzahlen deutlich besser gestaltet.

Aufnahmeprüfungen in anderen Fächern bleiben bestehen

Mit dem Wegfall der Aufnahmeprüfungen im Fach Informatik schrumpft die Anzahl der Fächer, in denen die Regierung als Testlauf zur Studienplatzfinanzierung Aufnahmeverfahren vorgegeben hatte. Bisher waren 28 verschiedene Studienfächer betroffen. Konkret sollten die Anfängerzahlen neben Informatik noch in den Studienbereichen Architektur und Städteplanung, Biologie und Biochemie, Pharmazie und Wirtschaft beschränkt werden. Die Aufnahmeprüfungen sollten den Universitäten die Möglichkeit einräumen, die Zahl der Studienbewerber auf die Mindestzahl der festgelegten Studienplätze zu reduzieren.

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