Studium Rot-Weiß-Rot-Card: Streit um ausländische Studenten

Rot-Weiß-Rot-Card Ausländische Studierende, die beispielsweise gerne in Wien arbeiten wollen, bekommen die Möglichkeit durch die Rot-Weiß-Rot -Card - allerdings gilt das bisher nur für Master-Absolventen. Foto: Martin Berens / pixelio.de ➧

Die Rot-Weiß-Rot-Card steht derzeit in der Kritik. Sie soll es ausländischen Studenten ermöglichen, nach dem Studium im Land zu bleiben. Doch um ihre Wirksamkeit gehen die Meinungen auseinander.

Für Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist die momentane Regelung und Reichweite der Rot-Weiß-Card völlig ausreichend, für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz geht die Regelung durch die Karte nicht weit genug. Er möchte zumindest die Bachelor-Abschlüsse noch einbezogen wissen. Und der Wiener Wirte-Chef Willy Turacek möchte die Card sogar auf Nichtakademiker ausdehnen und den Kochberuf einbezogen wissen, denn gute Köche sind derzeit in Wien sehr gefragt.

Nach der derzeitigen Regelung müssen Studenten aus Ländern außerhalb der EU mindestens den Master- oder Diplom-Abschluss gemacht haben und mehr als 1.903 Euro brutto im Monat verdienen, wenn sie in Österreich bleiben wollen. Integrationsstaatssekretär Kurz meint, dass es sinnvoll sei, auch durch einen Bachelor-Abschluss qualifizierten Studenten diese Chance zu geben. Schließlich würden sie hier mit Steuergeldern ausgebildet und da sei es auch in Ordnung, wenn sie später hier wieder Steuern zahlen würden und nicht anderswo. Im Moment bleiben nur 16 Prozent der ausländischen Studierenden nach ihrem Abschluss in Österreich. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 25 Prozent, in Kanada sogar 33 Prozent.

Unterstützung erhält Kurz vom Migrationsforscher und Vizerektor der Universität Wien, Heinz Fassmann. Nach seiner Erfahrung wandern jährlich 20.000 Österreicher aus, drei Viertel davon mindestens mit Matura-Abschluss. Genaueres über diesen Verlust an Fachkräften könne man nicht sagen, da es keine entsprechenden Erhebungen gäbe. Deshalb wisse man auch wenig über die Qualifikation der 15.000 Österreicher, die jedes Jahr wieder in die Heimat zurückkehren.

Hundstorfer verweist dagegen auf den Arbeitsmarkt innerhalb der EU. Hier gäbe es genug qualifizierte Kräfte und diesen Markt müsse man erst einmal ausschöpfen, bevor man die Regelungen der Rot-Weiß-Rot-Card ändere. Schließlich sei sie erst ein Jahr in Kraft; da könne sich die Resonanz bei den ausländischen Studenten durchaus noch verbessern. Wenn die Card bekannter wäre, würde das der Rot-weiß-Rot-Card bestimmt nicht schaden.

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