Ausländische Studenten bleiben nicht

Uni Wien Die Uni Wien erfreut sich besonders großer Beliebtheit bei ausländischen Studierenden. Foto: Mark Turner / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0 ➧

Österreich nutzt das Potenzial seiner Studenten aus dem Nicht-EU-Raum nicht ausreichend. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) erstellt wurde.

Die Studie zeigt, dass Österreich das Potenzial ausländischer Studierender zu wenig nutzt. Absolventen aus dem Ausland müssen demnach so viele bürokratische Hürden bewältigen, dass sie nach dem Studium lieber wieder in ihr Heimatland zurückkehren.

Die Stadt Wien ist für die Studenten aus dem Ausland besonders attraktiv. Die österreichische Hauptstadt ist sogar so beliebt, dass 44 Prozent der ausländischen Studierenden gerne länger bleiben würden. Doch die Suche nach einem passenden Job und den damit verbundenen bürokratischen Hürden senkt die Euphorie der jungen Leute. Zu groß ist der Aufwand die bürokratischen Richtlinien zu überwinden, sodass lediglich 16 Prozent aus den Drittstaaten nach Abschluss ihres Studiums in Österreich bleiben.

Einwanderungspolitik als Hindernis

Viele Studenten wollen zwar in Österreich bleiben, doch hindert sie oftmals die hohe Einkommensgrenze, die bei der Rot-Weiß-Rot-Card vorgegeben ist. Bei knapp 2.000 Euro liegt diese für eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Doch ein solches Einstiegsgehalt ist für einen Bachelorabsolventen laut den Ergebnissen der Studie nahezu unmöglich. Der österreichischen Wirtschaft gehe dadurch wertvolles Potenzial verloren. Außerdem ist im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card eine Nicht-Anerkennung des Bachelor-Abschlusses vorgesehen, was das Bleiben vieler ausländischer Absolvent zusätzlich erschwert.

Auch Politiker, wie der Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, fordern die Senkung der Einkommensgrenze der Rot-Weiß-Rot-Card sowie den Abbau der strengen Bürokratie. Der Staatssekretär fühlt sich durch das Ergebnis der Studie bestätigt. Er ist ebenfalls der Meinung, dass der Staat nicht junge Menschen mit Steuergeldern ausbilden kann, um sie dann wieder wegzuschicken. Das sei unvernünftig und vor allen Dingen uneffizient. Eine moderatere Einkommensgrenze würde auch nach Angaben des Wirtschaftskammer-Präsidenten zur Lösung des Problems beitragen. Zwar findet er, dass die Rot-Weiß-Rot-Card ein gelungener Schritt sei, um Österreich als Arbeitsstandort für Fachkräfte aus Drittstaaten attraktiv zu machen, allerdings müssen nun Verbesserungen folgen.

Integration muss erleichtert werden

Ein weiterer Punkt, der das Bleiben für die Studenten aus dem Ausland schwer macht, sind die unzureichenden Informationen, mit denen die ausländischen Studenten immer wieder zu kämpfen haben. So fühlen sich 55 Prozent der ausländischen Studierenden zu wenig informiert und kennen ihre beruflichen Möglichkeiten gar nicht.

Zudem führt die ÖIF-Studie auf, dass vielen Arbeitgebern der bürokratische Aufwand für die Einstellung von Studienabsolventen mit Drittstaatsangehörigkeit viel zu hoch ist. Ihre Einstellung stelle eher eine Be- statt Entlastung dar. Hinzu kommt, dass viele Ausländer sich nicht willkommen fühlen und mit Vorurteilen zu kämpfen haben, besonders bei der Bewerbung.

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