Linzer Universität Ungenauigkeit bei Pisa-Rankings

Pisa Studie Eine Studie der Universität Linz belegt die Ungenauigkeit der Pisa-Studie. Foto: Stephan Bachmann / pixelio.de ➧

 Eine von der Linzer Universität durchgeführte Studie besagt, dass die Ergebnisse der Pisa-Tests ungenau seien. Die Statistiker kritisieren die komplexe Stichproben-Auswahl, diese führe zu etwa vierfach ungenaueren Ergebnissen.

Die letzte Pisa-Studie zeigt, dass Österreich Platz 31 unter den 34 OECD-Mitgliedsstaaten belegt. Grund hierfür sind unzureichende bis schlechte Wissenskenntnisse in Wort und Schrift. Auch bei den naturwissenschaftlichen Fächern und der Mathematik zeigen sich die österreichischen Schüler nicht von ihrer besten Seite. Doch inwieweit man diesen Ergebnissen des Pisa-Tests trauen kann, bleibt fraglich.

Der Linzer Statistiker und Universitätsprofessor Andreas Quatember rät zur Vorsicht, da die Pisa-Studie nicht alle Schüler in Österreich und den anderen Ländern prüfe, sondern nur Stichproben mache. Die getesteten Personen werden in einer sehr komplexen Art und Weise ausgesucht. Wie bei Wahlprognosen werden auf der Basis der Stichproben nur Schätzwerte ermittelt. Von ein paar Teilnehmern werde zum Beispiel auf das ganze Land hochgerechnet und dadurch entstehe eine beträchtliche Ungenauigkeit. Auf diese Ungenauigkeit ließen sich auch die knapp beieinander liegenden Länder zurückführen. Bei den öffentlichen Diskussionen über die Pisa-Studie wird das jedoch ausgeblendet.

Andreas Quatember hat herausgefunden, dass die sehr komplexe Auswahl der Stichproben viermal ungenauer ist, als wenn man einfach zufällig Schüler für den Test auswählen würde, das hätte allerdings erhebliche Kosten zur Folge, weil viel mehr Schulen besucht werden müssten. Der Linzer Statistiker betonte allerdings, unter den gegebenen finanziellen Umständen liefere die Pisa-Studie ausgezeichnete Ergebnisse.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Ergebnisse der Pisa-Studie mit einer gewissen Gelassenheit zu betrachten. Es ließe sich bei der beachtlichen Ungenauigkeit nicht herauslesen, ob tschechische oder slowakische Schüler, die offiziell knapp vor den österreichischen Schülern liegen, auch wirklich besser sind, ergänzt Andreas Quatember.

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