Uni Salzburg Salzburger Professor wegen Datenmanipulation gekündigt

Allergie Der Salzburger Professor ist bekannt für seine Forschung im Bereich Allergene. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de ➧

Ein Salzburger Professor steht unter Verdacht, Forschungsergebnisse manipuliert zu haben. Die Universität der Stadt Salzburg reagierte sofort auf die Anschuldigung und kündigte dem angeblichen Betrüger. Jetzt kämpft dieser gegen die Beendigung seines Dienstverhältnisses.

Ein Professor der Universität Salzburg wird beschuldigt, Forschungsergebnisse gefälscht zu haben. Es ist ihm nachgewiesen worden, wissenschaftliche Berichte über die Struktur von Birkenpollenallergene in Publikationen manipuliert zu haben. Daraufhin kündigte die Universität dem Molekularbiologen das Dienstverhältnis. Die Universität fürchtete ihren guten Ruf, doch der Forscher kämpft gegen seine Kündigung.

Unterstützung findet der Wissenschaftler bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). Sie hat beim Arbeits- und Sozialgericht die Kündigung angefochten. Am 24. Mai findet der erste Verhandlungstermin statt. „Wir sind der Meinung, dass die Kündigung, so wie sie die Universität vertritt, nicht gerechtfertigt ist“, bestätigt Johann Siller von der GÖD gegenüber der APA.

Die Fälschungen des Professors sind US-Wissenschaftlern ins Auge gefallen. Sie hatten in einer Fachzeitschrift den Vorwurf der Datenmanipulation erhoben und die Universität Salzburg über diese Anschuldigungen in Kenntnis gesetzt. Die US-Wissenschaftler warfen dem Salzburger Molekularbiologen vor, wissenschaftliche Berichte über die Struktur von Birkenpollenallergene in Publikationen manipuliert zu haben. Das wissenschaftliche Fehlverhalten wurde von der Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien bestätigt. Nun sollen auch die übrigen Arbeiten des Wissenschaftlers überprüft werden. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass alle Publikationen des Kollegen untersucht werden um festzustellen, ob das ein einmaliges Verhalten war oder ob das mehrmals vorgekommen ist. Mir gegenüber hat er jedenfalls gesagt, dass es völlig einmalig war“, so Uni-Rektor Heinrich Schmidinger gegenüber der APA.

Der Biologe gilt als äußerst begabt und hat auch ein mit 1,7 Millionen dotiertes Marie-Curie Stipendium erhalten. Er ist für seine Forschungsarbeiten an der Struktur von Molekülen allergener Substanzen bekanntgeworden.

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