Vetternwirtschaft: Wiener Dekanin unter Verdach

Brieftasche mit Geld Viel Geld floss in die Taschen der Familie von Dekanin Seidler. Foto: Thommy Weiss / pixelio.de ➧

Eine Dekanin der Universität Wien sieht sich mit Nepotismusvorwürfen konfrontiert. Laut der Wochenzeitung „Falter“ soll sie Aufträge in Höhe von 30.000 Euro an Familienmitglieder und Bekannte vergeben haben, sie bestreitet die Anschuldigungen allerdings.

Sie habe „keine einzige Vorschrift verletzt“, äußert sich die Dekanin Andrea Seidler gegenüber den Vorwürfen. Seidler, Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, wird beschuldigt, Vetternwirtschaft betrieben zu haben. Stimmen aus dem Wissenschaftsfond FWF erklären jedoch, dass es keine Verbote und keine Regelungen in diesem Zusammenhang gebe.

Die Wochenzeitung „Falter“ deckte Seidlers angebliche Machenschaften auf. Laut dem Blatt haben sich einige Mitarbeiter der Dekanin an die Zeitschrift gewendet. Der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät, Heinz Mayer, spricht von einer „schiefen Optik“, wenn Familienmitglieder in so einem hohen Ausmaß bei staatlich geförderten Projekten einbezogen werden. Er stellt die Vorgehensweise der Dekanin klar in Frage.

Seidler kontert hingegen mit einer „hundertprozentigen Transparenz“ bei dem seit 2006 laufenden FWF-Projekt, welches mit 400.000 Euro gefördert wird. Demzufolge sei die Liste der Projektmitarbeiter im Internet abrufbar und für jeden zugänglich. Auch internationale Gutachter loben das Projekt und dessen wissenschaftliche Qualität. Der FWF bestätigt: „alles korrekt gelaufen“. Man gehe davon aus, dass die knappen FWF-Mittel im Sinne des Projektfortschritts und –erfolgs eingesetzt würden. Für die Einstellung von geeignetem Personal seien die jeweiligen Projektleiter verantwortlich. Ihnen kommt es hohes Maß an Vertrauen zu Gute.

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