OECD Studie zu Studiengebühren Studentenzahl steigt nicht, weil auf Studiengebühren verzichtet wird

Studiengebühren OECD: Nicht mehr Studenten ohne Studiengebühren Foto: Kellermeister / pixelio.de ➧

Die OECD hat unter dem Titel „Education Indicators in Focus“ eine Studie veröffentlicht, die aufzeigen soll, wie Länder mehr Studenten an die Unis bekommen können. Dabei stellte sich eines schnell heraus: Ein kostenfreies Studium alleine ist kein Garant für höhere Studentenzahlen.

Der OECD zufolge sei es wesentlich wichtiger, dass die Länder Studenten finanziell unterstützten. Werden Studienbeihilfe oder Studentendarlehen von Vater Staat vergeben, wird der Zugang zu Unis erleichtert. Dann würden laut OECD auch moderate Studiengebühren hingenommen werden. Die Frage ist freilich, was moderate Studiengebühren sind – doch hier kann von einem Betrag zwischen 600 und 1.000 Euro ausgegangen werden, der den Durchschnitt der in den OECD-Ländern erhobenen Studiengebühren darstellt.

Einige Kritiker hielten gegen die OECD-Aussagen, dass Studienbeihilfe und Co. nicht nötig seien, wenn das Studium selbst gratis angeboten würde. Doch dem ist eben nicht so, wie ein Blick auf Länder wie Mexiko und Irland zeigt. Hier gibt es zwar das gratis Studium, sowie geringe finanzielle Hilfen für Studenten, allerdings ist die Zahl der Studenten ebenfalls gering.

Anders sieht es in den nordeuropäischen Ländern Island, Schweden, Norwegen und Finnland aus. Hier werden sehr attraktive Finanzhilfen für Studenten angeboten, die auch die Lebenshaltungskosten abdecken, weshalb die Anzahl der Studenten in diesen Ländern überdurchschnittlich hoch ausfällt. Mehr als die Hälfte aller Studenten bekommt hier Studienbeihilfe, einen Studierendenkredit oder sogar beides.

Studiengebühren können abschrecken

Natürlich können überteuerte Studiengebühren auch abschreckend auf Studenten wirken. Dafür müssen sie aber sehr hoch angesiedelt sein. Alles was im normalen Schnitt liegt, wird von den Studenten in der Regel auch akzeptiert. Eine Besonderheit bei den Studiengebühren: zunehmend mehr Länder versuchen, diese für Ausländer zu erheben und so mehr Geld in das Hochschulsystem zu bekommen.

Andere Länder differenzieren nach Studiengang und welche Ressourcen dieser benötigt und wieder andere senken die Studiengebühren für Studiengänge, in denen händeringend Mitarbeiter gesucht werden, die aber nur von wenigen Studenten gewählt werden.

Erst kürzlich haben einige Universitäten in Österreich angekündigt, Studiengebühren wieder einführen zu wollen.

VN:R_U [1.9.16_1159]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
VN:R_U [1.9.16_1159]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Dieser Beitrag wurde unter Finanzen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Studentenzahl steigt nicht, weil auf Studiengebühren verzichtet wird

  1. HeyJohnny sagt:

    Ich finde Studiengebühren grundsätzlich unnötig. Angeblich sollen sie für bessere Studien- und Lernbedingungen sorgen. Im Endeffekt kommen sie jedoch eh nicht den Studierenden selbst zugute. Außerdem profitieren in der Folge wiederum nur Studenten gut situierter Familien. Das ist ungerecht, da schließlich jeder das Recht auf gute Bildungsmöglichkeiten hat. Von mir ein klares NEIN zu Studiengebühren in Österreich!

    VA:R_U [1.9.16_1159]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>