Österreich will mehr Geld in die universitäre Bildung investieren

Bundeskanzleramt in Wien Bundeskanzleramt in Wien: Die Regierung will die Ausgaben für Hochschulen und Universitäten bis 2020 auf 2% des BIP steigern. Foto: akk_rus / flickr.com / CC BY 2.0 ➧

Um den EU-Schnitt zu halten, wären 1.300 Euro Studiengebühren pro Semester notwendig – dies ist das Ergebnis einer Studie, die sich mit den Hochschulausgaben und dem damit verbundenen Halten eines angemessenen Niveaus innerhalb der EU sowie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) als Hochschulstandort befasst.

Der Plan der Regierung sieht eine Steigerung der Hochschulausgaben auf zwei Prozent des BIP bis 2020 vor. Aktuell liegt Österreich bei einer Quote von 1,43 Prozent. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo), das die Studie erstellt hat, sieht das Zwei-Prozent-Ziel allerdings lediglich als eine Untergrenze an. Zwar würden durch einen solchen Anstieg die Möglichkeiten in Lehre und Forschung wesentlich gesteigert werden, das Niveau von beispielsweise der Schweiz, Dänemark oder Schweden, die über eine kleine, aber dennoch offene und hoch entwickelte Volkswirtschaft verfügen und daher für einen Vergleich gut geeignet sind, würde damit allerdings nicht erreicht werden können.

Österreich liegt im EU-Schnitt, der OECD-Schnitt bleibt allerdings unerreicht

Mit seinen 1,43 Prozent des BIP liegt Österreich gemäß den letzten verfügbaren Zahlen der OECD aus dem Jahre 2009 im EU-Schnitt (1,5% des BIP), der für die OECD geltende Durchschnitt von 1,6% wird damit jedoch nicht erreicht. Die Wifo rät davon ab, die Hochschulausgaben ausschließlich im Verhältnis zum BIP zu betrachten, um einen tatsächlichen Vergleich der Hochschulfinanzierung anstellen zu können. Dazu müsste auch die Fülle der damit zusammenhängenden Aufgaben, wie etwa der Studentenanteil innerhalb der Bevölkerung, eine Rolle spielen. Die Finanzierung der österreichischen Universitäten erfolgt durchschnittlich zu 18,4 Prozent aus Drittmitteln.

Einen besonders hohen Anteil an dieser Finanzierung haben die Technischen Universitäten und die Medizinuniversitäten (jeweils drei an der Zahl), die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) sowie die Universität für Bodenkultur Wien. Hier beträgt der Anteil an Drittmitteln bis zu einem Drittel des Budgets. Mit den allein durch die Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mitteln wäre die Forschung in dem jetzt betriebenen Umfange nicht möglich. Alleine die JKU konnte dank der Drittmittel-Finanzierung fast 650 Mitarbeiter mehr einstellen im vergangenen Jahr. Die Drittmittel stammen aus EU-Programmen, staatlichen und regionalen Förderprogrammen sowie aus Kooperationsverträgen mit Wirtschaft, Industrie und dem öffentlichen Bereich.

Verdopplung der Ausgaben für Zwei-Prozent-Ziel unerlässlich

Die jährlichen Ausgaben müssten sich zum Erreichen des Zwei-Prozent-Zieles im Jahr 2020 deutlich erhöhen. Aktuell belaufen sich die Hochschulausgaben auf etwa vier Milliarden Euro – 8,2 Milliarden müssten es 2020 sein, was eine Verdopplung innerhalb der nächsten sieben Jahre bedeutet. Die Ausgaben müssten somit im Schnitt jedes Jahr um sieben Prozent steigen, was deutlich mehr ist, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Ist für die Steigerung der Mittel ebenfalls eine private Finanzierung durch die Studenten vorgesehen, sind laut Wifo 2020 Studiengebühren in Höhe von 1.300 Euro pro Semester fällig – wobei der Privatanteil in Österreich damit im Durschnitt der EU-Länder liegen würde.

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