Studium finanzieren Weniger Geld: Studenten müssen mehr arbeiten

Typischer Studentenjob für die Finanzierung: Kellner. Typischer Studentenjob für die Finanzierung: Kellner. Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de ➧

Wegen ständig steigender Ausgaben gehen fast zwei Drittel der Studierenden während ihres Studiums arbeiten. Das brachte jetzt ein Sozialbericht ans Licht.

Knapp zwei Drittel der Studierenden geht laut der “Studierenden-Sozialerhebung 2011″ des Wissenschaftsministeriums während des Semesters arbeiten. Davon jobbt rund die Hälfte (47 Prozent) regelmäßig. Mit Gelegenheitsjobs bessern 16 Prozent ihr Budget auf und nur 37 Prozent widmen ihre Zeit komplett dem Studium. Im Vergleich dazu gingen 2006 lediglich 40 Prozent der Studierenden während des Semesters einer Arbeit nach. Studenten aus dem Bereich Medizin und Veterinärmedizin arbeiten am seltensten, Kunststudenten sowie Studierende in individuellen Studien kommen dagegen ohne zusätzlichen Job kaum über die Runden.

Mehr Arbeitende wegen geringerer finanzieller Mittel

Im vergangenen Jahr hatte der Durchschnittsstudent 1.004 Euro pro Monat in der Tasche. Gegenüber der letzten Erhebung in 2009 waren das zwei Prozent mehr. Damals belief sich das Budget auf 968 Euro. Allerdings stiegen die Ausgaben der Studenten im gleichen Zeitraum um drei Prozent. Der Student gibt im Schnitt monatlich 930 Euro aus. Ein besonders starkes Wachstum war bei den Wohnkosten und den Kosten für die Ernährung zu verzeichnen. Mit starken bis sehr starken finanziellen Schwierigkeiten haben nach eigenen Angaben 29 Prozent der Studenten zu kämpfen.

Studenten kommen immer seltener aus niedrigen sozialen Schichten

Im Rahmen der alle zwei Jahre unter den Studierenden stattfindenden Umfrage wurde außerdem bekannt, dass die Studierenden immer seltener aus niedrigen sozialen Schichten stammen. Zwischen 1998 und 2011 verringerte sich der Anteil der Studenten an den Unis und Fachhochschulen aus diesem Bereich von 26 auf 18 Prozent. Das ergibt ein Minus von satten acht Prozent. Die stellvertretende Vorsitzende der ÖH, Angelika Gruber, sieht in den Ergebnissen der Studie ein klares Zeichen dafür, dass sich die soziale Lage der Studierenden nicht unbedingt in einem wünschenswerten Zustand befindet. Ein, vom Einkommen der Eltern unabhängiges, Grundstipendium wäre für sie ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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