Wie schlau ist Österreich? Bildungstest: Oberösterreich weit vorne

Linz Im Bildungstest schnitten die Schüler aus Öberösterreich deutlich besser ab als ihre Altersgenossen in Wien. Foto: Karl Strebl / pixelio.de ➧

Die Bildungsstandard-Testungen wurden in diesem Jahr erstmalig flächendeckend in Österreich durchgeführt und zwar in den achten Klassen aller Schulstufen. Vor kurzem wurden die teilweise überraschenden Ergebnisse veröffentlicht.

Die Kompetenzen in Mathematik wurden diesjährig zum ersten Mal in ganz Österreich flächendeckend unter die Lupe genommen. Den Bildungsstandard-Testungen mussten sich Schüler der achten Klassen aller Schulstufen (AHS, Hauptschule, Neue Mittelschule) unterziehen. Das Ergebnis brachte ans Licht, dass die 14-jährigen Oberösterreicher in Mathematik wesentlich mehr können und wissen als ihre Altersgenossen in den anderen Bundesländern.

Tests erfolgten im Mai

Die Tests absolvierten die 80.000 Schüler bereits im Mai. Im Dezember 2012 wurde von Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) die Auswertung der Öffentlichkeit vorgestellt. Der gesamtösterreichische Durchschnitt beläuft sich auf 535 Punkte. Die Schüler aus Oberösterreich lagen mit ihren durchschnittlich 548 Punkten deutlich darüber. Damit sicherten sie sich die Spitzenposition unter den Bundesländern. Bei genauerer Betrachtung schafften es sechs Prozent der oberösterreichischen Schüler sogar über die Bildungsstandards hinaus. Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent, erreichen diese. Eine teilweise Erfüllung können 24 Prozent für sich verbuchen, 14 Prozent dagegen verfehlen sie. Somit stellt Oberösterreich mehr Spitzenschüler als der österreichische Durchschnitt und weniger Risikoschüler. Pflichtschüler und AHS-Schüler haben es mit ihrer Mathematik-Kompetenz auf den ersten Platz geschafft. Selbst bei Berücksichtigung der Lebensumstände wie etwa das soziale Umfeld oder ein Migrationshintergrund schaffen die Oberösterreicher ein weitaus besseres Ergebnis, als man es angesichts der Rahmenbedingungen an den Schulen vermutet hätte.

Tirol und Salzburg halten mit Oberösterreich Schritt, Wien und Kärnten am schlechtesten

Die Tiroler und Salzburger Schüler präsentierten sich ähnlich gut wie ihre Kollegen aus Oberösterreich. Die Schüler aus Wien und Kärnten mussten sich mit den letzten Rängen zufrieden geben. Das Wiener Ergebnis kam für die Wenigsten überraschend, die Bildungsverantwortlichen in Kärnten aber hatten mit einem besseren Abschneiden ihrer Schüler gerechnet. Ministerin Schmied sprach von einer Konfrontation der Schulen mit der harten Realität. Die geforderten Standards wurden von 17 Prozent der Schüler nicht erreicht. Natürlich hat man sofort Maßnahmen zur Absenkung dieser Zahl auf den Weg gebracht. Jetzt wird in Volksschulen und Kindergärten die Sprache gefördert, die Schulen erfahren mehr Unterstützung und auch in die Lehrerfortbildung wird investiert.

Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer freute sich über den Erfolg der Oberösterreicher. Gratulationen für die Pädagogen und Schüler gab es von Bildungslandesrätin Doris Hummer und Landeshauptmann Josef Pühringer (beide VP). Gertraud Jahn als SP-Klubchefin forderte, künftig bei der Verteilung der Mittel vermehrt den sozialen Hintergrund der Schüler zu beachten. Günther Steinkellner (FP) möchte lieber die Bildungskompetenz bis zur Matura in der Hand der Länder wissen. Das Engagement der Pädagogischen Hochschulen fand die Anerkennung von Gottfried Hirz (Grüne).

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