Neue Lehrerausbildung bleibt umstritten

Unterricht Bereits seit Jahren wird über eine Reform der Lehrerausbildung diskutiert, jetzt liegen erste Ergebnisse vor. Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de ➧

Über vier Jahre nahm die Überarbeitung der Lehrerausbildung in Anspruch. Nun präsentierten Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Ergebnisse der jahrelangen Arbeit, doch das Vorhaben bleibt umstritten. Auch von universitären Einrichtungen hagelt es Kritik.

Die Einführung der neuen Regelungen soll bereits mit dem Studienjahr 2013/14 ihren Anfang finden und in den folgenden Jahren stufenweise ausgebaut werden. Als Erstes erhalten Quereinsteiger im Bereich der Allgemeinbildung die Gelegenheit, die neu geregelte Ausbildung zu beginnen. Die Umstellung im Bachelor im Bereich der der Volksschullehrerausbildung ist für 2015/16 vorgesehen, 2016/17 soll das Bachelorstudium für die Sekundarstufe (NMS, AHS-Unterstufe) folgen. Die neuen Masterstudiengänge sind voraussichtlich ab 2019/20 verfügbar.

Uneinigkeit bei den Ministern bereits wenige Stunden nach der Präsentation

Nur wenige Stunden nach der gemeinsamen Präsentation der Reformpläne war die nach außen demonstrierte Einigkeit zwischen den Ministern scheinbar schon wieder vorbei. Das Wissenschaftsministerium gab an, dass beim Einsatz der Lehrer berücksichtigt werde, wo diese ihre Ausbildung absolviert haben und wie diese erfolgt sei. Auch die durchlaufene Curricula wird eine Rolle spielen. Schmied dagegen sprach sich gegen eine solche Etikettierung aus. Sie sieht den Grundsatz, dass die Ausbildung der AHS-Lehrer an den Unis und die Ausbildung der Lehrer für die Neue Mittelschule sowie für die Hauptschule an den PHs erfolgt, ab sofort als nicht mehr gültig an. Die Frist zur Begutachtung der Gesetzesentwürfe endet am 3. Mai. Bis dahin werden wohl noch einige zuständige oder betroffene Stellen ihre Meinung dazu äußern.

Geplante Änderungen sorgen bei den Betroffenen für Zustimmung und Kritik

Die Universitätskonferenz (uniko) geht mit Bedenken und „gemischten Gefühlen“ an die neue Lehrerausbildung heran. Eine Reform sei zwar notwendig gewesen, allerdings wird mit einer zurückgehenden Qualität bei der Ausbildung von Lehrkräften vor allem an den PHs, die mit einer wahren Aufgabenflut bedacht werden, gerechnet. Die Pädagogischen Hochschulen müssen künftig sämtliche Bachelorprogramme für die Sekundarstufe sowie die Masterprogramme für Volksschullehrer bewältigen. Nach Ansicht von uniko könnte sich das als Problem entwickeln. Die Rektorenkonferenz der öffentlichen Pädagogischen Hochschulen sieht dem allerdings gelassen entgegen. Vorsitzender Ivo Brunner sprach von einem mutigen Weg im Rahmen der europäischen Bildungsentwicklung.

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