Frauen interessieren sich seltener für ein weiterführendes Studium

Frau mit Kind Die Familienplanung ist laut einer aktuellen Studie kein Grund für Frauen, ein Master-Studium abzulehnen. Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de ➧

Frauen entscheiden sich seltener als Männer für ein Master-Studium, wie eine aktuelle Studie belegt. Unsicherheit und Studienwahl sind dafür die Hauptursachen. Der Wunsch nach einer eigenen Familie ist dagegen kaum von Relevanz.

Eine aktuelle Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) belegt, dass Frauen nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums seltener als Männer die Entscheidung für ein weiterführendes Studium fällen. Durchschnittlich 88 Prozent der Männer fangen laut Studierenden-Sozialerhebung in den zwei Jahren nach ihrem Bachelorabschluss ein Masterstudium an. Bei den Frauen sind es hingegen nur 81 Prozent. Für 32 Prozent der Männer steht nach dem Diplom- beziehungsweise Masterabschluss ein Doktorat-/PhD-Studium auf dem Plan. Bei den Frauen entschließen sich lediglich 23 Prozent für ein solches Studium. Begründet wird dies mit der höheren Zukunftsunsicherheit und der Studienwahl der Frauen. Die Studie wurde von der Österreichischen Hochschüler / Innenschaft (ÖH) in Auftrag gegeben und es haben etwa 3.500 Studenten daran teilgenommen.

Frauen häufig unsicher

Studienautorin Petra Wejwar spricht von einer häufigen Unsicherheit über die Zukunftspläne bei den Frauen. Entweder entscheiden sie sich erst später für ein weiterführendes Studium oder eben gar nicht. Vor allem beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist die bestehende Unsicherheit ein wichtiger Faktor. Auch die Studienwahl trägt dazu bei: Frauen tendieren eher zu geisteswissenschaftlichen Studien, Männer hingegen bevorzugen technische Studiengänge. Letztere laden im Hinblick auf die Relevanz am Arbeitsmarkt eher zu einem Masterstudium oder einem Doktorat ein. Bei den Geisteswissenschaften ist es dagegen nicht unüblich, nur seinen Bachelorabschluss zu machen.

Kinderwunsch und Arbeitsmarktrelevanz für Frauen meist zweitrangig

Den Wunsch nach einer eigenen Familie, der einen Studienbeginn verhindern oder verzögern würde, sehen Frauen seltener als Grund an, sich gegen ein weiterführendes Studium zu entscheiden. Ebenso schätzen sie den Arbeitsmarkt ganz anders ein, als ihre männlichen Studienkollegen dies tun. Diese wählen den Studiengang oft nach den Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus, während Frauen häufiger auch andere Kriterien mit einbeziehen. Männer richten ihr Augenmerk mehr auf das erzielbare Einkommen und die Reputation, während Frauen es inhaltlich anspruchsvoll mögen und sich fachlich qualifizieren wollen.

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