Vereinfachung geplant Ausländische Studienabschlüsse sollen schneller anerkannt werden

Taxi Architekturbüro statt Taxi: Abschlüsse ausländischer Unis sollen schneller anerkannt werden. Foto: Andreas Morlock / pixelio.de ➧

Menschen mit Migrationshintergrund haben auf dem österreichischen Arbeitsmarkt kaum eine Chance – dieses Ergebnis einer Studie der Arbeiterkammer aus dem Januar dieses Jahres hat für Aufsehen gesorgt. Nun scheint sich etwas zu bewegen.

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie betraf Probleme bei der Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse. Da Abschlüsse erst nachdem einige Hürden genommen wurden in Österreich anerkannt werden, arbeiten viele Ausländer weit unter ihrem Ausbildungsniveau. Das soll sich jetzt ändern.

Wenn den Aussagen des parteilosen Wissenschaftsministers Karlheinz Töchterle und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) Glauben schenken werden kann, brauchen indische Architekten zukünftig nicht mehr Taxi fahren und südafrikanische Ärztinnen müssen nicht mehr als Pflegehelfer arbeiten. Weiterer positiver Effekt: der Fachkräftemangel in einigen Bereichen könnte behoben werden.

Grund für diese Art der Arbeiten, die deutlich unter dem Ausbildungsniveau der Betroffenen liegen, ist die Anerkennung bzw. Nicht-Anerkennung der ausländischen Studienabschlüsse. Diese ist zwar grundsätzlich möglich, doch mit großem Aufwand verbunden. Zunächst müssen die Antragsteller herausfinden, welche Uni für ihr eigenes Begehren verantwortlich ist und dann wenigstens sechs Monate, in manchen Fällen sogar noch länger warten, bis der Studienabschluss aus dem Drittland anerkannt wird. Das soll sich nun ändern.

NARIC wird tätig

Das National Academic Recognition Information Centre (NARIC) soll, so Töchterle und Kurz, weiter ausgebaut werden. Dabei soll eine zentrale Stelle für alle Anträge auf Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse gebildet werden. Von dort aus sollen die Anträge an die zuständigen Unis verschickt werden, die künftig nur noch drei Monate Zeit haben, um die Studienabschlüsse anzuerkennen.

Geplant ist ebenfalls, dass eine weitere Anlaufstelle nur für Mediziner, die das Gros der aktuell gestellten Anträge ausmachen, gegründet wird. Hier sollen die Kompetenzen der Med-Unis Innsbruck, Wien und Graz gebündelt werden. Auch Berufsabschlüsse, sowie Schulabschlüsse sollen künftig schneller anerkannt werden, selbst wenn sie aus einem Drittland stammen, so der Wunsch von Töchterle und Kurz. Konkrete Planungen hierzu stehen jedoch noch aus. Ferner ist bisher nicht geplant, wie vielfach gewünscht, eine zentrale Stelle für alle Anerkennungen einzurichten.

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