Bildungspolitik Aufstieg durch Bildung gestaltet sich schwierig

Bildung: Nur wenige schaffen den Aufstieg. Bildung: Nur wenige schaffen den Aufstieg. Foto: Xenia B. / pixelio.de ➧

Vor Kurzem wurde die alljährlich erscheinende OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ veröffentlicht. Sie kommt unter anderem zu der Erkenntnis, dass die Jungen geringere Chancen auf einen „Bildungsaufstieg“ haben. Lediglich ein Viertel schafft es weiter als die Eltern. Zudem hinkt Österreich bei der Akademikerquote hinterher.

Die gute Nachricht vorweg: Die Studie attestiert dem Land ein allgemein hohes Bildungsniveau. Knapp 82 Prozent der Schulabgänger haben einen Martura- oder Lehr-Abschluss die Sekundarstufe II erfolgreich absolviert. Für den Bildungsaufstieg in Österreich ist dies eine erhebliche Hürde – mindestens eine Post-Matura-Ausbildung wie Fachhochschule, Kolleg oder Uni ist dafür notwendig.

Der Aufstieg durch Bildung sei laut OECD – Experte Andreas Schleicher jedoch „relativ schwach ausgeprägt“. Das verwundert, immerhin ist es der Wunsch einer Mehrheit der Eltern, dass die Kinder es einmal besser haben werden. Lediglich 26 Prozent der nicht (mehr) studierenden 25- bis 34- Jährigen erreicht einen höheren Bildungsstand als die Eltern. Österreich findet sich damit an siebtletzter Stelle im OECD-Schnitt wieder. Insgesamt liegt dieser bei 37 Prozent.

Höheres Bildungsniveau schafft finanzielle Vorteile

Ein höheres Bildungsniveau bedeutet gleichzeitig entscheidende finanzielle Vorteile und das nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für den Staat. Nur in den USA und in Luxemburg ist ein Unidiplom von höherem Wert als in Österreich. Hierzulande sind die öffentlichen Erträge der akademischen Bildung immens hoch, auch die Kosten für eine universitäre Ausbildung werden um ein Vielfaches überstiegen, so Schleicher. Bei jedem Tertiärabsolventen liegt der Gewinn des Staates bei 132.000 Dollar.

Dennoch liegt die Akademikerquote – das ist der Anteil der 25- bis 64-Jährigen Hochschulabsolventen – laut Studie 2012 in Österreich bei gerade einmal 19 Prozent. Der Durchschnitt in den OECD-Staaten beträgt 31 Prozent.

Im Vergleich mit anderen Ländern sei in Österreich eine „bedenkliche Entwicklung“ zu beobachten, wie aus der Studie hervorgeht. Bei der Generation 55 bis 64 verfügen im OECD-Schnitt etwa 23 Prozent über einen Uni-Abschluss, schon 38 Prozent sind es in der Generation 25 bis 34. Die Zahlen in Österreich weichen allerdings deutlich ab: Bei den Älteren sind 16 Prozent im Besitz eines Uni-Abschlusses, bei den Jungen 21 Prozent. Diese Zahlen geben erneut den schwachen Bildungsaufstieg wieder.

Polen und Irland bieten die besten Chancen für einen Bildungsaufstieg

Polen und Irland bieten übrigens die besten Chancen auf einen Bildungsaufstieg: Hier kommen 64 beziehungsweise 57 Prozent weiter als die Eltern. Von der Bildung her gesehen sind in Österreich 59 Prozent der Jungen gleichauf mit den Eltern (OECD-Schnitt: 50 Prozent). Für 14 Prozent (OECD-Schnitt: 13 Prozent) geht es bildungsmäßig abwärts.

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